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towser

Kann man bei uns von einer Demokratie sprechen, wenn die Medien in wenigen Händen sind? Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 Familien, ihre Meinung zu sagen, meinte der frühere FAZ Herausgeber Paul Sehte. Heute sind das noch weniger: Springer, Bertelsmann, Holtzbrinck, Schaub und ein paar wenige mehr, die sich obendrein bestens mit den politischen Spitzen verstehen und darüber auch abstimmen können. Und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten werden von den rechtskonservativen Parteien CDU und CSU und der Wirtschaft zusammen mit den Vertretern der politischen Inhaltslosigkeit beherrscht. Von Pluralität und Liberalität kann man weder bei uns noch in den USA noch in Großbritannien noch in Frankreich sprechen. Nur der Schein ist etwas besser als in Ungarn und in Polen.

Das Ergebnis ist ein informationeller Einheitsbrei.

Man kann dies sehr gut am Beispiel der unreflektierten Bewunderung für die NATO und bei der selbstverständlichen Unterstützung für die neue Konfrontation zwischen West und Ost beobachten. Innerhalb kürzester Zeit ist die Einsicht der Altvorderen Willy Brandt, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher, Helmut Kohl und Egon Bahr begraben worden: Dass wir uns auch mit Russland verständigen wollen, dass Russland zu Europa gehört, dass die NATO eigentlich überflüssig ist, dass es besser ist, wenn sich auch die baltischen Staaten und Polen mit Russland verstehen, statt Panzer anrollen und Soldaten aufmarschieren zu lassen, ist innerhalb kürzester Zeit verflogen.

Das ist nur möglich, wenn es im eigentlichen inhaltlichen Sinne keine freie Presse gibt.

Zur Zeit finden großangelegte Verschiebungen des Meinungsbildes statt. Beispielhaft bei Anne Will. | NachDenkSeiten – Die kritische Website

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